Posts mit dem Label lustig werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label lustig werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 21. November 2008

Adrian Mole. The Cappuccino Years - Sue Townsend

Die Adrian Mole-Tagebücher gehören zu meinen absoluten Lieblingsbüchern; die Serie beginnt, als Adrian 13 3/4 Jahre alt ist, in den "Cappuccino Years" ist er 30 1/4. Es gibt u.a. noch einen weiteren Band (Adrian Mole und die Achse des Bösen), und der aktuellste soll dann bald erscheinen. Ich freu mich schon sehr drauf!
Um was gehts? Adrian Mole ist Anfang 30, lebt in Scheidung (und zwischenzeitlich wieder bei seinen Eltern, die aber mit einem befreundeten Paar Partnertausch gemacht haben, also selbst nicht mehr zusammenleben), er hat zwei Söhne (von der Existenz des einen erfährt er aber erst im Laufe des Buchs, da zunächst die Vaterschaft geklärt werden muss) und nur eine wahre Liebe: Pandora, die frischgebackene Labour-Parlamentsabgeordnete, die er schon mit 13 liebte und immer lieben wird (die er aber natürlich nie bekommen wird). Adrian hält sich selbst - im Gegensatz zu seiner restlichen, durch und durch proletarischen Familie - für einen Intellektuellen, er wäre gerne gefeierter Journalist und Autor, hat es aber bisher nur zu Absagen gebracht und schließlich auch seinen Job als Koch in einem etwas, nun ja, eigenartigen Restaurant verloren. Danach ist wird Moderator einer Innereien-Kochsendung, die vormittags im Kabel läuft. Zu alldem kommt noch eine durchgeknallte Verehrerin, die Schwangerschaft seiner Teenie-Schwester und der Tod von Prinzessin Diana, so dass Adrian jede Menge Stoff hat, seine Tagebuchseiten zu füllen.
Fazit: Ach ja, herrlichster britischer Humor! Ich liebe diese Bücher einfach! Adrian stolpert von einer Absurdität zur nächsten, lässt keinen Fettnapf aus und verliert dennoch nicht seinen Glauben an den großen Durchbruch. Dazu gibt es jede Menge überzeichnet-grotesker Charaktere und sehr viel Wortwitz. Zum Verständnis letzterer empfiehlt es sich, ein politisches Grundwissen zu haben, denn häufig gehen die Anspielungen in diese Richtung. Die Familie Mole ist das, was man wohl "dysfunktional" nennt, aber sie wächst einem (vielleicht grade deshalb) sehr schnell ans Herz.

Englischer Verlag: Penguin, deutscher Titel: Die Cappuccino-Jahre: Ein Adrian-Mole Roman, Heyne, €8,95

Mittwoch, 12. November 2008

Wer die Kälte liebt - Tilmann Bünz

Ich bin - sozialisiert mit Astrid Lindgren und anderen schwedischen Autoren - heute immer noch Skandinavien-Fan. Angeblich (es soll sogar soziologische Studien über diese Präferenzen geben) findet man den Norden entweder toll oder kann damit nichts anfangen, dafür umso mehr mit Spanien und Italien und wo es sonst noch warm ist. Zu letzter Gruppe gehören meine Eltern, und so habe ich es "erst" im Ohne-Eltern-Verreisen-Alter in den Norden geschafft, zuletzt im vergangenen Sommer. Das letzte Mal ist es auf keinen Fall gewesen!
Bünz war fünf Jahre lang als ARD-Korrespondent in Stockholm und berichtet viel über Schweden, aber auch über andere skandinavische Länder und deren Eigenheiten.
Um was gehts? Einen großen Teil des Buches nimmt die Beschreibung von schwedischen Gewohnheiten und gesellschaftlichen Eigenheiten ein. Dazu kommen Geschichten aus Island, Norwegen sowie den polaren Gebieten Lapplands, Grönlands und Spitzbergens. Einiges hat man bereits gehört, manches ist neu, aber bewusst sollen die "Bullerbü-Klischees", die man als Deutscher gerne von Skandinavien und speziell von Schweden hat, widerlegt werden.
Fazit: Auf jeden Fall eine unterhaltsame Lektüre, für Neulinge, die sich über die nordischen Länder informieren wollen genauso wie für bereits Erfahrene - insofern ist der Titel irreführend, denn wer die beschriebenen Länder bereits kennt, wird vielleicht nur noch wenig Neues erfahren, auf jeden Fall aber das ein oder andere Aha-Erlebnis haben, denn Bünz schreibt auch viel über selbst Erlebtes. Da er mit seiner Familie dort gelebt hat, nimmt Schweden und vor allem die Stockholmer Gegend viel Raum in dem Buch ein. Finnland und Dänemark werden nur am Rande mal erwähnt, und zu Norwegen und Island werden einzelne, schlaglichartige Akzente gesetzt. Das fand ich manchmal ein wenig schade. Aber gibt es trotzdem viel Lustiges, Wissenswertes und Kurioses zu lesen, und man merkt, dass Bünz sehr, sehr gerne in Schweden gelebt hat.

Samstag, 8. November 2008

Lenin kam nur bis Lüdenscheid - Richard David Precht

Ich bin auf dieses Buch eigentlich erst aufmerksam geworden, als vor ein paar Monaten die Verfilmung in die Kinos kam - angeschaut hab ich sie mir nicht, aber mir dann dieses Buch gekauft. Und der Film? Ich schätze, der wird irgendwann auch noch nachkommen.
Um was gehts?
Richard wird 1964 in ein kommunistisches Elternhaus in Westdeutschland hineingeboren. Er hat zwei leibliche und zwei adoptierte Geschwister - letztere wurden von den Eltern unter den Eindrücken des Vietnam-Kriegs nach Deutschland geholt. Für die Kinder müssen Klamotten aus der terre des hommes-Spendenkiste genügen, alles Amerikanische - von TV-Serien über Ketchup bis zur gängigen Musik - ist per se schlecht, dafür ist die DDR das gelobte Land und im Fußball wird Dynamo Kiew angefeuert. Die Precht-Kinder haben keine Tischsitten oder sonstige Manieren, Urlaub wird in Dänemark oder in kommunistischen Pfingstlagern gemacht, und natürlich werden zu Hause anstatt der gerade angesagten Rock- und Popmusik nur linke Liedermachen gehört.
Fazit: Ein schönes, gut zu lesendes Buch, das vor allem durch die vielen lustigen Anekdoten überzeugt. Auch wenn man, wie ich, kein Kind der 70er Jahre ist, hat man doch einen gewissen Wiedererkennungseffekt - zum einen, weil die Geschichte der Familie bis in die frühen 90er nachgezeichnet wird, zum anderen weil man sich selbst an das Typische seiner Kindheit und Jugend erinnert. Darüber hinaus ist das hier eine schöne Zusammenfassung der vorherrschenden Meinungen und der allgemeinen Stimmung in Deutschland damals. Neben ganz privaten Geschehnissen geht es auch immer wieder um die politische Großwetterlage, und immer wieder reflektiert Precht die Meinungen und die Gesinnung der Menschen damals - von dem kleinen Jungen, der alles nachbetet und vor seinen konservativen Lehrern verteidigt, was seine Eltern sagen, entwickelt er sich zu dem Jugendlichen, der doch vieles von damals und die Entwicklungen, die das "Linkssein" gemacht hat, kritisch sieht.

Donnerstag, 9. Oktober 2008

Aus fremden Federn

Ach ja, diesen Beitrag wollte ich euch (schon seit längerem, immer mal wieder) wärmstens empfehlen:

http://blog.zeit.de/seitenblick/2008/09/25/ist-mein-hintern-wirklich-so-dick_94

Freitag, 26. September 2008

Herr Lehmann - Sven Regener

Jetzt konnte ich auch endlich mal diese Bildungslücke schließen: Herr Lehmann.
Um was gehts? Herr Lehmann (der eigentlich lieber Frank genannt werden würde, dessen Freunde aber finden, dass er dafür schon ein bisschen zu alt ist) wohnt in Berlin ist eigentlich auf den ersten Blick nicht sonderlich zu beneiden: Er ist zwar fast 30, arbeitet aber trotzdem noch nachts in einer Kneipe. Sonst gibt es über sein Leben auch nicht sonderlich viel zu sagen, aber Herr Lehmann ist sehr zufrieden damit, denn große Ansprüche hat er nicht. Doch kurz vor seinem Geburtstag kommt es plötzlich hart auf hart: Herr Lehmann begegnet der tollsten Frau überhaupt, die ihn zwar auch liebt, aber nicht in ihn verliebt ist, seine Eltern wollen plötzlich zu Besuch kommen und verlangen von ihm auch noch, dass er der Ostverwandtschaft Westgeld überbringt, und sein bester Freund Karl benimmt sich plötzlich auch ziemlich seltsam. Und ganz nebenbei fällt dann auch noch die Mauer, denn es ist 1989...

Fazit: Zwar dachte ich, dass ich seit der Zwangslektüre von "Moon Palace" nichts mehr für solche Typen wie Herr Lehmann übrig hätte, aber (falls man hier überhaupt einen Vergleich anstellen sollte/könnte - da wäre ein Literaturwissenschaftler gefragt) Herr Lehmann ist einfach ein sehr sympathischer Typ. Es passiert zwar nicht allzu viel, das wird aber wettgemacht durch viele komische Situationen, lustige Charaktere und manchmal verquere, aber doch lesenswerte innere Monologe Herr Lehmanns. Das einzige, was ich nicht verstanden habe, ist, wieso das Buch regelrecht gehypt wurde bzw. immernoch wird - aber eine schön unterhaltsame Lektüre ist es auf jeden Fall!

Dienstag, 23. September 2008

Persepolis - Marjane Satrapi

Denen, die mich kennen, werde ich sicherlich schonmal persönlich von Persepolis vorgeschwärmt haben, für alle anderen gibts hier nochmal einen Blogeintrag (ich will zwar vorwiegend aktuell gelesene Bücher vorstellen, aber ab und zu wirds auch Ausnahmen geben - wie für dieses hier).
Um was gehts? Der erste Band hat den Untertitel "Eine Kindheit im Iran", und so lernt man Marjane kennen, die behütet und sorglos im Teheran der späten 70er Jahre aufwächst - oder, sagen wir, sorglos aufwachsen könnte, wenn sie nicht früh die Demonstrationen gegen den Schah miterleben würde. Durch ihre liberal-bürgerlichen Eltern und ihren Onkel, einen Kommunisten, der lange inhaftiert war, kommt sie früh mit den politischen Zusammenhängen in ihrer Heimat in Kontakt. Es wird für das vorlaute Mädchen nicht leichter, als die Mullahs unter Ayatollah Khomeini an die Macht kommen und als kurz darauf der Krieg mit dem Irak ausbricht. Als Marjane 14 Jahre alt ist, beschließen ihre Eltern, sie nach Österreich auf die Schule zu schicken, damit sie dort sicher aufwachsen kann. Von dem Leben dort, den Schwierigkeiten in einer fremden Kultur und der Rückkehr nach Teheran erzählt dann der zweite Band "Jugendjahre".
Fazit: Ich bin (abgesehen von der Micky-Maus-Phase meiner Kindheit, die wohl jeder irgendwie mal hatte) nicht wirklich die Comic-Leserin, aber Persepolis ist wirklich toll. Die Zeichnungen sind ganz einfach in schwarz-weiß gehalten, aber trotzdem - oder gerade deswegen - wirkt die Geschichte immer sehr eindringlich. Eigentlich sind diese Comics harte Kost: Es geht um Unfreiheit, Krieg, politische Unterdrückung und sogar Folter und Mord, aber Satrapi schafft es wirklich immer wieder, einen zum Schmunzeln zu bringen und zu zeigen, wie sich die Menschen trotz allem Leid ihre Nischen schaffen, in denen sie zumindest für kurze Zeit glücklich sind. Vor allem sind diese Comics eine gute Gelegenheit, mehr über den heutigen Iran und die Menschen dort zu erfahren - manchmal wird man sicher überrascht sein.
Im Übrigen ist auch die Verfilmung sehenswert!

Samstag, 13. September 2008

Für jede Lösung ein Problem - Kerstin Gier

Ich starte mit recht leichter Kost - eine Freundin hat mir dieses Buch ausgeliehen, weil sie meinte, sie hätte es nicht mehr aus der Hand legen können, weil sie es so lustig fand.
Und: Sie hatte Recht. Dieses Buch hat zwar keine ausgeklügelte Handlung, die Sprache ist nicht besonders elegant, und die Geschichte ist schnell erzählt. Aber es ist einfach nur total lustig und super zum Entspannen!
Um was gehts? Gerri ist die typische Anti-Heldin: Sie schreibt Groschenromane, ist schon sehr lang im heiratsfähigen Alter, hat aber irgendwie kein rechtes Glück mit Männern, ihren Eltern ist sie offenbar peinlich... da kommt es wie ein Wink des Himmels, dass ihre Mutter sie bittet, einen Karton voll alter Medikamente in die Apotheke zurückzubringen...
Der Suizidversuch mit einer Tablettenmixtur geht jedoch schief, was an sich vielleicht nicht so schlimm wäre - hätte Gerri nicht die Idee gehabt, vor ihrem Selbstmord einigen Leuten per Abschiedbrief mal so richtig die Meinung zu sagen. Sie muss nun also nicht nur ihr Leben wieder in den Griff kriegen, sondern damit zurechtkommen, dass nun Freunde und Verwandte wissen, was sie wirklich von ihnen denkt...
Fazit: Klar, wer Tiefsinn und große Literatur sucht, sollte sich woanders umsehen, das hier ist einfach nur Unterhaltung. Es gibt skurrile Charaktere, viel Slapstick und - natürlich - ein Happy End. Und ich habe mich köstlich amüsiert!
 
Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken &handeln! Willst du auch an der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: