Die Adrian Mole-Tagebücher gehören zu meinen absoluten Lieblingsbüchern; die Serie beginnt, als Adrian 13 3/4 Jahre alt ist, in den "Cappuccino Years" ist er 30 1/4. Es gibt u.a. noch einen weiteren Band (Adrian Mole und die Achse des Bösen), und der aktuellste soll dann bald erscheinen. Ich freu mich schon sehr drauf!
Um was gehts? Adrian Mole ist Anfang 30, lebt in Scheidung (und zwischenzeitlich wieder bei seinen Eltern, die aber mit einem befreundeten Paar Partnertausch gemacht haben, also selbst nicht mehr zusammenleben), er hat zwei Söhne (von der Existenz des einen erfährt er aber erst im Laufe des Buchs, da zunächst die Vaterschaft geklärt werden muss) und nur eine wahre Liebe: Pandora, die frischgebackene Labour-Parlamentsabgeordnete, die er schon mit 13 liebte und immer lieben wird (die er aber natürlich nie bekommen wird). Adrian hält sich selbst - im Gegensatz zu seiner restlichen, durch und durch proletarischen Familie - für einen Intellektuellen, er wäre gerne gefeierter Journalist und Autor, hat es aber bisher nur zu Absagen gebracht und schließlich auch seinen Job als Koch in einem etwas, nun ja, eigenartigen Restaurant verloren. Danach ist wird Moderator einer Innereien-Kochsendung, die vormittags im Kabel läuft. Zu alldem kommt noch eine durchgeknallte Verehrerin, die Schwangerschaft seiner Teenie-Schwester und der Tod von Prinzessin Diana, so dass Adrian jede Menge Stoff hat, seine Tagebuchseiten zu füllen.
Fazit: Ach ja, herrlichster britischer Humor! Ich liebe diese Bücher einfach! Adrian stolpert von einer Absurdität zur nächsten, lässt keinen Fettnapf aus und verliert dennoch nicht seinen Glauben an den großen Durchbruch. Dazu gibt es jede Menge überzeichnet-grotesker Charaktere und sehr viel Wortwitz. Zum Verständnis letzterer empfiehlt es sich, ein politisches Grundwissen zu haben, denn häufig gehen die Anspielungen in diese Richtung. Die Familie Mole ist das, was man wohl "dysfunktional" nennt, aber sie wächst einem (vielleicht grade deshalb) sehr schnell ans Herz.
Englischer Verlag: Penguin, deutscher Titel: Die Cappuccino-Jahre: Ein Adrian-Mole Roman, Heyne, €8,95
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Freitag, 21. November 2008
Freitag, 19. September 2008
Tödliche Lügen - Gemma O'Connor
Um was geht's? Grace Hartfield wird in London von ihrem Mann Reggie verlassen. Als sie eines Tages ein Anwaltsschreiben im Briefkasten hat, denkt sie auch sofort an eine Nachricht von Reggie - doch ein Anwalt aus Dublin teilt ihr mit, ihre Schwester Eileen Lacey sei verstorben und sie sei die letzte lebende Verwandte. Grace hielt ihre Schwester seit 30 Jahren für tot, und so ist sie erstaunt, als sie erfährt, dass sich auch ihre bis dato unbekannte Nichte, Bid Lacey, wenige Tage nach Eileens Tod das Leben genommen hat, obwohl sie bald heiraten wollte und ein Kind erwartete. Wie hängen diese beiden Ereignisse zusammen? Mehr und mehr taucht Grace in das Leben der beiden Frauen ein, um festzustellen, wie viel von ihrer Kindheit sie verdrängt hat - und dass diese Dinge beinahe ihr Leben zerstört hätten.
Fazit: Gut gefallen hat mir an diesem Buch, dass diese Geschichte aus der Sicht von Grace, Bid und Eileen erzählt wird, dass man also in zahlreichen Rückblenden und aus wechselnden Perspektiven nach und nach den Zusammenhang erkennen kann.
Diese Technik sorgt andererseits für die ein oder andere Länge, vor allem an Anfang - zum Schluss des Buches hin verstärkt dies jedoch noch die Spannung.
In gleichem Maße, wie Grace nach und nach hinter die wahre Geschichte hinter alldem aufdeckt, sieht man zu, wie Eileen und Bid in ihr Verderben laufen - auf den letzten 100 Seiten wird es dann richtig spannend.
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